2014

Verantwortungsvolle Jugendarbeit

Meerbusch, den 20.01.2014

Bezugnehmend auf den aktuellen Fall, indem ein ehemaliges Mitglied der Feuerwehr Meerbusch vom Neusser Amtsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, weil er ein junges Mädchen zu sexuellen Handlungen aufgefordert hat, möchte die Feuerwehr Meerbusch folgendes mitteilen:

 

Einen festen Bestandteil der Feuerwehr Meerbusch bildet die Jugendfeuerwehr mit ihren rund 70 Mädchen und Jungen im Alter zwischen zehn und 18 Jahren. Neben dem Ziel, Jugendliche für die Mitarbeit in der Freiwilligen Feuerwehr zu gewinnen und eine gute Basis für die spätere Ausübung dieses Ehrenamtes zu legen sieht die Feuerwehr auch ihre gesellschaftliche Aufgabe im Bereich der Jugendarbeit. Dieser Aufgabe stellen wir uns gerne und wollen den Jugendlichen ein Umfeld bieten, in dem sie mit Spaß und Freude lernen, wie wichtig ehrenamtliches Engagement in der sich ständig verändernden Gesellschaft ist.

Um diese sehr vielschichtige Aufgabe methodisch und fachlich richtig ausüben zu können sind unsere Betreuer und Jugendfeuerwehrwarte für jugendpflegerische Tätigkeiten besonders geschult.

 

Ein Aspekt hierbei ist der Schutz des Kindeswohls, den die Jugendfeuerwehr Meerbusch sehr ernst nimmt. Seit drei Jahren beschäftigen sich die Jugendwarte sehr intensiv mit diesem Thema. So wurde nicht zuletzt im März 2013 in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadt Meerbusch ein Workshop zum Thema Kindeswohlgefährdung durchgeführt. Dabei soll verhindert werden, dass Personen Zugang zu Jugendgruppen erhalten, die auf Grund ihrer Neigung niemals diese Gelegenheit bekommen dürfen. Zwei Mitarbeiterinnen des Jugendamtes referierten vor allen Betreuern und Jugendwarten und vermittelten weitergehendes Wissen auf diesem Gebiet. Damit war die Jugendfeuerwehr, die erste Jugendgruppe in Meerbusch, die aktiv dieses Seminar durchführt hat, das Thema mit allen Jugendwarten offen bespricht und sich von den Experten schulen lässt.

Ergänzend hierzu haben alle Jugendwarte freiwillig eine Selbstverpflichtungserklärung für ehrenamtliche Mitarbeiter in der Jugendarbeit der Stadt Meerbusch unterschrieben. Zusätzliches wurde von jedem Jugendwart ein erweitertes Führungszeugnis beantragt und der Leitung der Feuerwehr Meerbusch zur Einsichtnahme vorgelegt. Mit dieser proaktiven Maßnahme setzt die Jugendfeuerwehr Meerbusch ein eindeutiges Signal in Richtung verantwortungsbewussten Umgang in der Jugendarbeit.

 

Leider zeigt der aktuelle Fall, dass diese Maßnahmen sehr erforderlich sind aber keine hundertprozentige Sicherheit bieten. Nachdem die Feuerwehr Meerbusch Kenntnis über die Vorwürfe aus dem aktuellen Fall erhalten hat, wurden sofort Maßnahmen ergriffen, die beschuldigte Person von den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr fernzuhalten. Nach der Verurteilung durch das Neusser Amtsgericht ist die Person unmittelbar aus der Feuerwehr Meerbusch ausgetreten.

Derzeit führen die Jugendwarte persönlich intensive Gespräche mit den Eltern der Jugendfeuerwehrmitglieder.

 

Dieser bedauerliche Einzelfall zeigt, wie wichtig die vorbeugenden Schulungen zu dem Thema sind und wie ernst dieses Thema genommen werden muss. An dieser Ernsthaftigkeit werden wir zu keiner Zeit zweifeln und zukünftig noch wachsamer auf etwaige Hinweise oder Signale achten. Umso bestürzter reagiert die gesamte Feuerwehr Meerbusch auf die Vorkommnisse und hofft nun, dass dieser Einzelfall nicht zu einer Verallgemeinerung führt. Für den Bestand der Freiwilligen Feuerwehr in Meerbusch und somit die Sicherstellung der kompetenten und zeitnahen Hilfe bei Bränden oder Unglücksfällen ist eine große und gut ausgebildete Jugendfeuerwehr eine notwendige Voraussetzung. Von Seiten der Feuerwehr und der Jugendwarte tun wir alles, damit diese Voraussetzung auch in den kommenden Jahren gewährleistet ist.