Jahresrückblick der Einsätze

Einsatzbilanz 2015

Meerbusch, den 01.01.2016

Mit 464 Einsätzen beendet die Freiwillige Feuerwehr Meerbusch das Einsatzjahr 2015. Das sind 170 Einsätze weniger als noch im Vorjahr.
 
Der Leiter der Feuerwehr Meerbusch hat aber eine ganz plausible Erklärung für diese Entwicklung. „Meerbusch wurde 2015 von starken Unwettern, wie z.B. der Pfingststurm Ela 2014, verschont“, so Herbert Derks rückblickend auf die Bilanz. „Nicht die Quantität sondern die Intensität der Einsätze ist das, was viel länger nachhält“, resümiert er einige größere Einsätze.Wohnungsbrand in einem Mehrfamiliehaus in Büderich „Beispielweise der Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus auf der Moerser Straße im November mit einem Brandtoten oder der überaus tragische Straßenbahnunfall, bei dem Anfang Dezember ein junges Mädchen tödlich verletzt wurde sind Einsätze, die länger in den Köpfen unserer Einsatzkräfte haften bleiben. Das Erlebte legen unsere Frauen und Männer oftmals nicht so einfach ab wie ihre Uniform.“
Zu den Personal- und Material fordernden Einsätzen zählte der Unfall eines Sattelschleppers im Meerbuscher Kreuz, bei dem im Mai der Fahrer des LKWs leider ums Leben kam. Neben der Menschenrettung musste die Feuerwehr sich um größere Mengen ausgelaufenen Treibstoff kümmern.
Ein Blick in die Bilanz zeigt, dass 53% aller Alarmierungen Technische Hilfe Einsätze sind. In nur 21% der Fälle brannte es und fast jeder vierte Einsatz war ein Fehlalarm.
  
Zum Glück sehr selten kommen Havarien auf dem Rhein vor. Doch in diesem August kam es mal wieder zu einem Unglück mit glücklicherweise recht glimpflichen Ausgang. Havarie auf dem Rhein

Ein Passagierschiff und ein Stückgutfrachter touchierten sich auf dem Rhein zwischen dem Fähranleger in Langst-Kierst und der Flughafenbrücke. Das Passagierschiff setzte seine Fahrt bewusst in Richtung Düsseldorf fort um dort die weiteren Rettungsmaßnahmen für die leichtverletzten Passagiere besser durchführen zu können. Der Stückgutfrachter drehte sich auf dem Rhein und machte in Höhe Langst-Kierst stromaufwärts fest. Den letzten größeren Einsatz auf dem Rhein hatte die Feuerwehr Meerbusch vor 17 Jahren im Mai 1998, als zwei Schiffe in Höhe des Campingplatzes im Dichten Neben zusammenstießen und für einen Großalarm der Meerbuscher Wehr sorgten.

 
Zu den häufigsten Alarmierungsgründen der 99 Brandeinsätze zählten die Nachkontrolle nach einem ungewollten Feuer (21 Mal), Wohnungs-, Keller- oder Dachstuhlbrände (12 Mal), Gestrüpp und Flächenbrände (11 Mal) und PKW-Brände (9 Mal). Zwei LKW- bzw. Busbrände zählten ebenfalls zu den größeren Brandereignissen.
  
Bei den 245 Technische Hilfeeinsätzen sind Situationen mit in Not geratenen Personen und Ölspuren an der Spitze der Statistik. Insgesamt 43 Mal rückte die Feuerwehr als „Schlüsselnotdienst“ aus, um Wohnungstüren schnell für den Rettungsdienst zu öffnen. „Vielfach wurden dann hilflose oder verletzte Personen in den Wohnungen vorgefunden, denen die Feuerwehr auf diese Weise mit das Leben gerettet hat“ lobt der Stadtbrandinspektor die hauptamtlichen Kräfte der Osterather Feuerwache stolz, die überwiegend für diese Einsätze alarmiert werden. Fünf Personen befreite die Feuerwehr über das Jahr hinweg aus ihren verunfallten Fahrzeugen und bei 32 weiteren Verkehrsunfällen wurde sie tätig.
28 Mal rückte die Wehr zu Sturmeinsätzen und 12 Mal zu Wasserschäden aus. 
 
LKW Unfall A57Etwas unnötig, aber dennoch ein fester Bestandteil des Einsatzgeschehens, sind die Fehlalarme. 120 Mal fuhren die Einsatzkräfte in 2015 raus ohne wirklich helfen zu müssen. Der Leiter der Feuerwehr: „Mir ist es aber lieber jemand wählt in guter Absicht einmal zu viel den Notruf 112, weil er der Meinung ist ein anderer befindet sich in einer Notlage, als dass wir zu spät oder gar nicht zu einem Brand oder Verletzten gerufen werden.
 
Mit 296 Einsätzen waren die Mitarbeiter der hauptamtlichen Feuerwache in Osterath an den meisten Einsätzen beteiligt. Der Löschzug Büderich rückte 114 Mal zu Einsätzen aus, gefolgt von den Osterather (103) und Lanker Kollegen (99). Der Löschzug Strümp wurde 48 Mal gerufen. Die Löschgruppe Langst-Kierst brachte es auf 28 Einsätze, die Einheit aus Nierst auf 22 und die Löschgruppe Ossum-Bösinghoven wurde bei neun Einsätzen aktiv.
 
Mit 87 Einsätzen ist der Dienstag der einsatzreichste Wochentag. Mittwochs wurde die Feuerwehr statistisch gesehen „nur“ 51 Mal gerufen. Alles in Allem dauerten die 464 Einsätze 388 Stunden (16 Tage) und forderten im Schnitt 14 Einsatzkräfte.
  
Herbert Derks, Leiter der Feuerwehr MeerbuschAuf die Frage hin, was Herbert Derks sich für seine Feuerwehr im kommenden Jahr am meisten wünscht hat er direkt eine Antwort parat: „Das Wichtigste ist, dass unsere 250 ehrenamtlich tätigen Frauen und Männer sowie ihre 15 hauptamtlichen Kollegen immer körperlich unversehrt und ohne traumatische Eindrücke aus ihren Einsätzen zurückkehren und dass sie eine würdige Anerkennung aus der Bevölkerung sowie von Rat und Verwaltung für ihr Engagement erfahren.“
 
Alle Details zu den Einsätzen finden Sie hier: Einsatzstatistik