Jahresrückblick der Einsätze

Halbjahresbilanz der Einsätze 2014

Meerbusch, im Juli 2014

Mit 431 Einsätzen schloss die Freiwillige Feuerwehr Meerbusch die erste Hälfte des Einsatzjahres 2014 ab. Kräftig durchgewirbelt hat dabei Orkan Ela die Zahlen und für einen merklichen Anstieg der Werte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesorgt. 2013 mussten bis Ende Juni „nur“ 159 Einsätze absolviert werden. Selbst ohne die 220 Sturmeinsätze nach dem Unwetter am Pfingstmontag wäre die Bilanz um ¼ höher ausgefallen als zum 30.06.2013.
Eine Zunahme bei den Mittelbränden und den Ölspuren stechen, neben den Sturmeinsätzen, die über die Hälfte aller bisherigen Einsätze in 2014 ausmachen, als Antreiber für die Statistik hervor.

 

Nachfolgend einige größere Einsatzlagen:

Bereits am 3. Januar rückte die Feuerwehr zu ihrem ersten Großbrand in diesem Jahr nach Bösinghoven aus. Dort hatten Anrufer auf eine starke Rauchentwicklung aus einem holzverarbeitenden Betrieb auf der Bösinghovener Straße gemeldet. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte war eine Flammenbildung aus dem Ziegeldach der Schreinerei, deren L-förmige Gebäudeform sich etwas zurückgebaut auf einem Hof befindet, erkennbar. Ebenso war dichter, schwarzer Rauch zu erkennen, der teilweise aus den Fenstern ins Freie zog. Die Feuerwehr ging von drei Seiten zur Brandbekämpfung vor, musste im Verlauf des Einsatzes mehrere Türen gewaltsam öffnen und Teile des Daches gewaltsam öffnen und Ziegel entfernen. Insgesamt wurden an der Einsatzstelle rund einen halbe Kilometer Schläuche verlegt und vier Strahlrohre sowie sieben Trupps unter Atemschutz eingesetzt.

 

140409 lz45 feuer 5Anfang April geriet ein unbesetzter Linienbus auf der Rückfahrt in sein Strümper Depot auf der Fritz-Wendt-Straße in Brand. Beim Eintreffen der Löschzüge aus Strümp und Osterath hatte das Feuer bereits vom rückwertigen Motor auf einen Großteil des Innenraums übergegriffen. Fahrgäste befanden sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Fahrzeug und auch der Busfahrer hatte sich ins Freie begeben. Zur Brandbekämpfung setzte die Feuerwehr ein Schaumrohr und ein normales Strahlrohr ein. An dem Bus entstand Totalschaden.

 

In Folge eines starken Gewitters kam es am 1. Mai in Osterath zu einem Dachstuhlbrand auf der Willicher Straße in Osterath. Vermutlich war kurz zuvor der Blitz in das Dach eines Mehrfamilienhauses eingeschlagen und hatte Teile der Dachverkleidung in Brand gesetzt. Die Löschzüge aus Osterath und Strümp rückten mit 50 Mann an und gingen sowohl über die Drehleiter von außen als auch von innen über den Dachboden zur Brandbekämpfung vor. Der Feuerwehr gelang es dabei, ein Übergreifen der Flammen und einen Raucheintritt ins Gebäude zu verhindern. Im Anschluss an die Löscharbeiten wurde das Dach provisorisch mit einer Plane abgedeckt um nicht weiteren Schaden im Gebäude durch das Regenwasser zu erzeugen. Alle Bewohner konnten nach und nach wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

 

Ende Mai geriet eine Yacht in Höhe der Flughafenbrücke auf dem Rhein aus bisher ungeklärter Ursache in Brand. Nachdem die Besatzung, zwei Männer und ein Junge, feststellen musste, dass die eigenen Löschversuche aussichtlos blieben, machte sie das Boot mitten auf dem Rhein mit einem Anker fest, ging über Bord und schwamm an das linksrheinische Ufer in Höhe Langst-Kierst. 20140530 laki brand 06Der Düsseldorfer Berufsfeuerwehr gelang es, zur noch im Innenraum brennende Yacht eine Leinenverbindung herzustellen und das Boot zum Fähranleger zu schleppen. Mit Hilfe der Fähre Michaela II konnte das ca. 10m lange Boot linksrheinisch hinter den Fähranleger ein einer kleinen Bucht gedrückt werden. Während die Löscharbeiten vom Fähranleger aus fortgesetzt werden konnten und ein Atemschutztrupp zur Brandbekämpfung an Board des Schiffes ging, versorgten Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Meerbusch sowie die Besatzung des mittlerweile am Rheinufer gelandeten Rettungshubschraubers und zweier Rettungswagen die drei Personen vor Ort. Im weiteren Verlauf wurden die ca. 45 Jahre alten Männer und der ca. zwölf Jahre alte Junge, vom Rheinwasser unterkühlt, zum Aufwärmen und zur weiteren Betreuung durch die Feuerwehr ins Gerätehaus Langst-Kierst gebracht.

 

Mitte Mai galt es auf der A57 und der Raststätte Geismühle eine längere Ölspur zu beseitigen. Ein LKW hatte rund 500m vor der Raststätte Geismühle Dieseltreibstoff aus seinem Fahrzeugtank verloren. Der Fahrer hielt am Ende der Raststätte an, hatte bis dahin aber einen Teil des Inhalts aus seinem 200l-Tank auf der Autobahn verteilt. Der Löschzug Osterath verhinderte zunächst, dass weiterer Diesel in die Kanalisation fließen konnte und streute dann die Ölspur auf dem rechten Fahr- und dem Standstreifen. Insgesamt wurden rund 40 Säcke mit Ölbindemittel an der Einsatzstelle verbraucht.140517 lz4 oelspur 1

 

Am Pfingstmontag verwüstete Orkan Ela auch Teile von Meerbusch. 215 Einsätze galt es insgesamt abzuarbeiten, 200 davon in den ersten 48 Stunden. Alleine in Büderich wurde die Feuerwehr 186 mal gerufen und fast immer auch tätig. Besonders betroffene waren in Büderich die Niederdonker Straße mit neun Einsatzstellen, die Lessingstraße mit fünf sowie die Düsseldorf Straße, die Oststraße, die Niederdonkerstraße, die Büdericher Allee und der Alte Kirchweg mit je 4 Einsatzstellen.
In ca. 15 dokumentieren Fällen fielen ganze Bäume oder größere Äste auf geparkte Autos. Genau so oft traten Schäden an Häusern durch umgestürzte Bäume auf. Über 130 mal fielen Bäume oder Aststücke auf Straßen oder Gehwege.

 

Insgesamt summierten sich die Einsätze zu umgerechnet 12 Tagen. Spitzenreiter bei den Alarmierungen ist der Löschzug Büderich mit knapp 200 Einsätzen, von denen ein Großteil dem Pfingstunwetter geschuldet ist. Mit 165 Einsätzen folgt die hauptamtliche Wache aus Osterath, die mit ihrer zentralen Funktion zu einem Großteil der Einsätze mitalarmiert wird. Ebenso wurden die Löschzüge aus Osterath (70 Einsätze), Lank (47 Einsätze) und Strümp (35 Einsätze) entsprechend oft zu Einsätzen. Aber auch die Löschgruppe aus Langst-Kierst (22 Einsätze), Nierst (18 Einsätze) und Ossum-Bösinghoven (15 Einsätze) leisteten im ersten Halbjahr einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit in Meerbusch. Mit 150 Einsätzen war der Dienstag der einsatzreichste Wochentag und im Zeitraum zwischen 21 und 0 Uhr erfolgten die meisten Alarmierungen.