Jahresrückblick der Einsätze

2010

Einsätze 2010

Weniger Feuerwehreinsätze aber nicht weniger Arbeit als im Vorjahr


504 Mal rückten die Frauen und Männer der freiwilligen Feuerwehr im Jahr 2010 zu Unglücksfällen und Brandeinsätzen aus. 504 Situationen an denen sie ihre Arbeit liegen ließen, vom Esstisch aufsprangen oder ihr Bett gegen ihre Uniform eintauschten.

Zwar liegt die Gesamtzahl der Einsätze glücklicherweise hinter dem Rekordeinsatzjahr 2009 zurück - damals waren es 592 Einsätze - dennoch bedeutet jeder Einsatz im Durchschnitt mehr Arbeit. Die Zeit pro Einsatz stieg von 47 auf 50 Minuten. Dies liegt unter anderem an zwei wesentlichen Faktoren. Zum einen blieb Meerbusch, bis auf die Ausnahme "Xynthia", das Sturmtief, das uns Anfang März 64 Einsätze brachte, von kleineren, dafür aber statistiktreibenden Einsatzserien verschont. Zum anderen nahm die Anzahl und vor allem die Dauer der nicht unwetterbedingten Einsätze deutlich zu.

 

Ganz gegen den Trend der letzten Jahre entwickelte sich die statistische Betrachtung der Einsätze, bei denen die Einsatzkräfte zu Schlauch und Strahlrohr greifen müssen. Hierzu zählen allein die vier Großbrände im letzten Jahr. Beim Rückblick in die Vergangenheit weist die Statistik nur zwei Großbrände in den letzten fünf Jahren insgesamt aus. Zwei Mal brannten in diesem Jahr Carports sowohl in Osterath Mitte Mai als auch in Büderich Anfang November. Hinzu kam der Brand in einem Baucontainer, der sich in Lank neben einer Stallung befand und der ausgedehnte Kellerbrand in den Räumlichkeiten eines Lanker Aktionshauses, der zu einem Vollalarm der Meerbuscher Wehr und weiteren Hilfsorganisationen führte. Ebenso spektakulär erwies sich der Brand in einem denkmalgeschützten Fachwerkhaus in Osterath Anfang des Jahres. So mussten im Jahr 2010 6% mehr Brandeinsätze bewältigt werden als noch im Jahr zuvor. Eine Entwicklung, die eigentlich untypisch für das sich verschiebende Aufgabengebiet der Feuerwehr ist. 28 Mal brannten Mülleimer, Altpapier- oder Altkleidercontainer, 20 Mal Fahrzeuge und 13 Mal Wiesen, Sträucher oder Bäume. Bei 20 Einsatzstellen erwartete die Feuerwehr brennende Wohnungen und Gebäude. Hier konnte sie größtenteils schlimmeren Schaden für Leib und Gut abwenden. In vielen Fällen wurden Personen durch ausgelöste Rauchmelder vor größerem Unheil gewarnt. Gerade aus diesem Grund empfiehlt die Feuerwehr den Einsatz solcher Lebensretter in jeder Wohnung. Trotz des schnellen Einsatzes kamen dennoch in zwei Fällen Personen leider durch die giftigen Rauchgase ums Leben.

 

Das Einsatzspektrum der Technischen Hilfe ist mit 55% Einsatzaufkommen weiterhin das größte Aufgabengebiet der Wehr. Spitzenreiter der Statistik sind auch 2010 wieder die Sturmschäden (rund 70 Einsätze), Ölspuren (35 Einsätze), Verkehrsunfälle (27 Einsätze) und die 17 Einsätze in Folge von Wasserschäden. Leider kamen durch Verkehrsunfälle zwischen Osterath und Büderich und in Bösinghoven im letzten Jahr zwei Personen in ihren Fahrzeugen ums Leben. Bei 38 weiteren Gelegenheiten konnte die Feuerwehr Menschen erfolgreich aus ihren unfreiwilligen Zwangslagen befreien. 26 Mal wurde der Notruf 112 im vergangenen Jahr gewählt, wenn die Feuerwehr verunglückten Tieren zu Hilfe kommen musste. Neben flinken Vierbeinern in Bäumen und verletzten Vögeln auf dem Boden waren auch Pferde und eingeschlossenen bzw. in Eis und Wasser eingebrochene Hunde ein Alarmierungsgrund.

Insgesamt 92 Mal wurde die Feuerwehr gerufen, ohne dass sie an der Einsatzstelle tätig wurde. Oftmals stellte sich die Situation beim Eintreffen der Feuerwehr anders da, als sie dem Melder beim Absetzen des Notrufs wenige Minuten zuvor noch vorkam. In 20 Fällen löste eine automatische Brandmeldeanlage einen unbegründeten Einsatz aus. Erfreulicherweise blieben böswillige Alarmierung in 2010 aus.

 

Einsatzstärkste Einheit ist das Team der Feuerwehrwache in Osterath, das mit der Drehleiter bei vielen Einsätzen mit ausrückt und die rund 250 freiwilligen Kräfte im Tagesbereich von vielen kleineren Einsätzen entlastet. Die beiden Löschzüge aus Osterath und Büderich wurden je 140 Mal zum Einsatz gerufen. Ihnen folgen die Lanker und Strümper Löschzüge mit je 88 bzw. 47 Alarmierungen. Die Ehrenamtler als Langst-Kierst wurden 24 Mal, ihre Kolleginnen und Kollegen aus Nierst 16 und aus Bösinghoven 15 Mal zu Unglücksfällen und Bränden gerufen.

 

Alle 504 Einsätze zusammengerechnet war die Feuerwehr 418 Stunden oder umgerechnet 17,5 Tage im Dienst des Bürgers unterwegs. Der einsatzreichste Tag war der Sonntag (114), wohin gegen mittwochs die Fahrzeuge nur 52 Mal ausrücken mussten. Fast 300 Einsätze mussten zwischen 6 und 18 Uhr abgearbeitet werden. 73 Alarmierungen entfielen in die Nachtzeit zwischen 0 und 6 Uhr.