Jahreshauptversammlung

Jahreshauptversammlung 2010

Strümp, 23. Januar 2010 - Mitgliederversammlung des Löschzugs Strümp

Rekordzahl an Einsätzen

Viel zu berichten gab es bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Löschzugs Strümp. Zunächst ließ Zugführer und Brandinspektor Tim Söhnchen nebst seinem Stellvertreter Brandinspektor Philipp Faßbender das Jahr in Hinblick auf die vielfältig geleistete Arbeit der 31 Feuerwehrfrauen und -männer Revue passieren. Die Leistungsfähigkeit des Löschzugs Strümp war bei 73 Einsätzen stärker gefragt als je zuvor. Die Statistik der vergangenen Jahre zeigt einen eindeutigen Anstieg der Einsätze für die Freiwilligen Kräfte in Strümp.

Im Detail waren sie gut 71 Stunden im Einsatz, um die Bevölkerung vor Gefahren zu schützen und in Notlagen zu helfen - ehrenamtlich versteht sich, also in ihrer „Freizeit". Die meisten Alarmierungen fanden nachts oder am Wochenende statt. Kleinere Brände (16x), Fehlalarmierungen der Brandmeldeanlagen von Firmen oder Pflegeeinrichtungen (12x) und die Regenmassen über Meerbusch Anfang Juli, sowie weitere Wassereinsätze (16x) machten dabei den Großteil der Einsätze aus. Die Fehlalarme gehören dabei bedauerlicherweise zum festen Bestandteil des alljährlichen Zahlenwerks. Zusammen mit fünf weiteren Fehlalarmen konnten die Wehrleute demnach insgesamt 17x ohne ihr Tun wieder ins Feuerwehrgerätehaus zurückfahren. Bei vier Verkehrsunfällen wurde der Löschzug Strümp tätig und sicherte die Einsatzstelle ab und entfernte ausgelaufene Betriebsmittel aus den verunfallten Fahrzeugen. Sechsmal galt es Öl oder ähnliche Stoffe mit Bindemittel zu entfernen, bzw. eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Die Statistik vervollständigt sich durch drei Einsätze mit Tieren in Notlage, einem Sturmeinsatz, sechs Einsätzen des stadtweit einsetzbaren Gerätewagens „Nachschub", der die Nachbareinheiten insbesondere bei Einsätzen mit längeren Ölspuren unterstützt, und zwei sonstigen Einsätzen.

Zu den größeren Einsätzen zählt der Zimmerbrand am Oleanderweg im April vergangenen Jahres bei dem glücklicherweise niemand ernsthaft verletzt wurde: Dichter Rauch drang beim Eintreffen der Feuerwehr aus den Fenstern des freistehenden Einfamilienhauses, aus dem sich kurz zuvor zwei Jugendliche aus eigener Kraft hatten retten können. Die Einsatzkräfte aus Osterath und Strümp gingen mit drei Trupps unter Atemschutz in das Gebäude vor und setzten zwei Strahlrohre zur Brandbekämpfung ein. Nachdem das Feuer schnell unter Kontrolle war, musste das gesamte Haus mit einem Hochleistungslüfter intensiv belüftet werden.

Ein Verkehrsunfall mit zwischenzeitlich erhöhtem Risiko für die Einsatzkräfte ereilte sich Ende Februar auf der Xantener Straße: Drei Fahrzeuge waren verunfallt. Beim Eintreffen der Feuerwehr war qualmte ein Geländewagen leicht. Er wurde von den Strümper Einsatzkräften abgelöscht. Die Einsatzsituation verschärfte sich noch einmal, als klar wurde, dass es sich bei dem Geländewagen um ein Gas angetriebenes Fahrzeug handelte. Der Tank dieses Wagens hatte beim Aufprall mit dem folgenden PKW einen Riss bekommen und blies das Gas unkontrolliert ab. Prekärer Weise war der Tank fast ganz voll. Aus diesem Grund sicherte die Feuerwehr zusammen mit der Polizei die Einsatzstelle großräumig ab und nahm mit Bindemittel Betriebsstoffe der Fahrzeuge auf. Nach dem Eintreffen des Abschleppwagens wurde der verunfallte Geländewagen auf den Hof der Feuerwehr in Strümp transportiert. Dort konnte das Gas aus dem Tank unter hohen Sicherheitsmaßnahmen kontrolliert abgelassen werden. Ein Einsatz, der zumindest bis heute noch Seltenheitswert hat.

Um den Bürgerinnen und Bürgern an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr schnell und wirkungsvoll helfen zu können, ist eine hoch motivierte und qualifizierte Feuerwehr erforderlich. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, wurden 25 Übungen abgehalten. Einer der Höhepunkte war dabei sicherlich die Übung „Eisrettung" im Januar, die gemeinsam mit der DLRG des Rhein-Kreises Neuss und der Johanniter-Unfall-Hilfe Meerbusch am Latumer See durchgeführt wurde. Ziel der Übung war es, die Möglichkeiten der Feuerwehr und der DLRG zur Rettung einer eingebrochenen Person praktisch umzusetzen, Erfahrungen in der Übung für reale Einsätze zu sammeln und die Zusammenarbeit zwischen den Hilfsorganisationen zu intensivieren. Zahlreiche Medienvertreter waren der Einladung des Löschzugs Strümp gefolgt und so konnte man sich Teile der interessanten Übung noch am selben Abend gemütlich und im Warmen vom Sofa aus im WDR anschauen.

Neben der regelmäßigen und intensiven Aus- und Weiterbildung der Strümper Einsatzkräfte, fanden im Jahr 2009 auch zahlreiche Maßnahmen zur Brandschutzerziehung in den Strümper Schulen statt. Unter der Leitung von Brandinspektor Söhnchen und Unterbrandmeister Kaufmann gab es unter anderem drei Alarmproben an den beiden Strümper Schulen, sowie „Brandschutzunterricht" für mehr als 200 Kinder der 5. Klassen, der Raphaelschule und den Kindergärten. Eine Menge Arbeit, doch sicher eine gut investierte Zeit in die Zukunft und die Sicherheit der Kinder.

Im Jahr 2009 gab es personellen Zuwachs für die Strümper Wehr. So wurde Chantal Vogt mit ihrem 18. Geburtstag als dritte Frau in die aktive Wehr übernommen. Ingesamt ist der Löschzug zu Beginn des neuen Jahres 31 „Mann" stark und hat ein Durchschnittsalter von jungen 32 Jahren. Die Jugendfeuerwehr in Strümp hat derzeit acht Mitglieder im Alter zwischen 12 und 17 Jahren und freut sich über weitere interessierte Jungen und Mädchen.

Der offizielle Teil der Jahreshauptversammlung endete mit Beförderungen durch die Wehrleitung der Feuerwehr Meerbusch: Nach erfolgreich besuchten Lehrgängen wurden Armin Behrendt und Nicolas Grimm zum Oberfeuerwehrmann befördert.