2006

Technische Hilfe Seminar

Einsatzübung der Johanniter-Unfall-Hilfe Meerbusch, der Feuerwehr Meerbusch und der Polizei  

Strümp, 18.03.2006  
    
Zu einer gemeinsamen Fortbildung rund um das Thema „P_Klemm“ (Versorgung und Befreiung einer in einem Fahrzeug eingeklemmten Person) trafen sich Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Meerbusch, der Johanniter-Unfall-Hilfe aus Meerbusch und der Polizei. Ziel war es, den unterschiedlichen Einsatzkräften die Arbeitsweisen und Handlungsziele der Rettungsmaßnahmen zu verdeutlichen, um das gemeinsame effiziente und patienten-orientierte Agieren an der Einsatzstelle zu optimieren.

Dass Meerbuscher Rettungskräfte in besonderem Maße auf Verkehrsunfälle spezialisiert sein müssen, zeigten zuletzt die schweren Unfälle im Dezember vergangenen Jahres auf der A57 und der B9 zwischen Osterath und Büderich. Durch die Autobahnen rund um Meerbusch und die vielen Verkehrswege innerhalb der Stadt, ist das Gefahrenrisiko verhältnismäßig hoch. Eingeschränkte medizinische Untersuchungs- und Therapiemöglichkeiten bei eingeklemmten Personen, sowie moderne Technik in und an PKW, die die Einsatzkräfte gefährden oder behindern können, sind ebenso als Herausforderung an Unfallstellen anzusehen, wie der geringe Arbeitsraum, der den Helfern an verunfallten Fahrzeugen zur Verfügung steht, so Jürgen Graw, Leiter der Johanniter-Lehrrettungswache Meerbusch.

Aus diesem Grund legen die Hilfsorganisationen großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit und gemeinsame Fortbildungen, wie sie auch schon seit Jahren im Rahmen der Technischen Hilfe-Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehr in Kooperation mit der Johanniter-Unfall-Hilfe stattfindet. Die mehrstündige Übung auf dem Hof des Feuerwehrgerätehauses in Strümp wurde von Fachvorträgen begleitet, um den Ablauf der Rettung aus Sicht aller Einsatzkräfte zu erläutern und zu demonstrieren. Nach der theoretischen Vorstellung der Rettungsgeräte von Feuerwehr und Rettungsdienst, wurde eine Person aus einem verunfallten PKW befreit. Hans-Peter Platen vom Löschzug Osterath demonstrierte die Befreiung der verletzten Person unter anderem durch den Einsatz von schweren Schneidgeräten und Rettungszylindern. Um ein patientengerechtes Befreien aus dem PKW möglich zu machen, müssen in der Regel das Dach und die Tür des PKW entfernt werden. Nur so kann man weitere schwere Verletzungen im Bereich der Wirbelsäule oder Extremitäten verhindern. Parallel dazu, erläuterte Jürgen Graw die Maßnahmen zur Erstversorgung und weiteren Therapie des Patienten bereits noch im verunfallten PKW, bevor der Patient nach der Befreiung in ein geeignetes, nahe gelegenes Krankenhaus gefahren wird. Am Ende der gemeinsamen Übung zeigten sich alle Teilnehmer sehr zufrieden mit dem Austausch und der Demonstration der unterschiedlichen Maßnahmen an Unfallstellen. Weitere Fortbildungen dieser Art sind für die Zukunft geplant.